Kursbeschreibung „‚Berufsbilder‘: Künstlerisches Forschungslabor zu Beruf, Arbeit und Identität“

Auf Basis dieses Kurskonzepts haben wir uns im November 2014 zum ersten Block getroffen und es dann auf die Wünsche und Vorstellungen der Gruppe adaptiert:

Konzept:

Mit künstlerisch assoziativen Methoden, ergänzt durch Elemente aus Biographiearbeit und systemischer Beratung, soll eine kritische Auseinandersetzung mit den Konzepten Arbeit und Beruf stattfinden.
Der Einstieg ins Seminar ist künstlerisch, intuitiv und performativ. Erst der zweite Teil ist auf konkrete Handlungsschritte ausgelegt.

Ps Plan Wochenende 1 und 2 PS Plan Wochenende 3

Herzstück des Workshops ist die Arbeit mit Bild- und Textcollagen: Dem Konzept der Mediabiografía (vgl. Villaplana) liegt die Idee zugrunde, dass unsere Biographie immer eine medial gefilterte ist. Sie versteht Biographie als Bild-Text (narrativ & visuell), den wir im Laufe unseres ständig umschreiben. Die interdisziplinäre Methode künstlerischen Forschens besteht aus dem Experiment mit diesen Bild-Texten, die im Rahmen dieses Workshops gemeinsam produziert werden. Durch die „Im-Kopf-Montage“ von Bild und Text erfolgt zugleich die Montage der kollektiven mit der persönlichen Dimension des Verständnis von „Arbeit“ und „Beruf“.
Ergebnis ist ein kollektiver, visueller und sprachlicher Spiegel der Erfahrungen der Teilnehmergruppe, der Kontinuitäten, Schnittmengen und Wiederholungen von Erfahrungen aufzeigt.
In einem zweiten Schritt setzen wir uns konkret mit Berufsfeldern der Kulturarbeit und –vermittlung auseinander und erarbeiten Handlungsschritte für den Einstieg in die gewünschten Zielberufe.

Ziel:

Ziele des Kurses
Der Workshop fördert und moderiert eine prozess- und ressourcenorientierte Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen mit den Konzepten „Arbeit“ und „Beruf“ im Spannungsfeld zwischen eigenen und familiär ererbten Berufsbildern und Narrativen einerseits und den Realitäten eines entgrenzten Berufsalltags andererseits.
Ziel ist dabei nicht allein (1) die Präsentation von Berufsfeldern für KulturwissenschaftlerInnen. Zentral ist zweitens die (2) Ermächtigung der TeilnehmerInnen zur Selbstermächtigung, zum Schätzen der eigenen Potentiale und Talente und drittens auch die (3) Reflexion der strukturellen Parameter unter denen Kulturarbeit stattfindet.

Kursliteratur:
bunt durchmischt finden sich hier Zeitungsartikel, theoretische Grundlagen und praktische Handlungsanleitungen.

theoretische Schlüsselbegriffe Kurs

Bauman, Zygmunt (2000): Liduid Modernity. Polity Press.
Bolles, Richard (2015):
What Color Is Your Parachute? A Practical Manual for Job-Hunters and Career-Changers. Random House.
Boltanski
, Luc (2007): Leben als Projekt, in: TAZ, 20.10.2007.
Bröckling, Ulrich (2007): Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform. Frankfurt a.M. 2007.
Bund, Christian (2014): Generation Y: Wir sind jung und brauchen das Glück: Wie die Generation Y die Berufswelt verändert und warum alle von diesem Wandel profitieren, in: Die Zeit, 27.2.2014.
Dercon, Chris (2010): „Das Künstlerprekariat sitzt in der Falle“. Wir kuratieren uns zu Tode. Chris Dercon über das Elend der Projektmacher, die Ghettos der Kreativen – und über die Frage ob wir eine Revoltion brauchen, in: Monopol. Magazin für Kunst und Leben, 19.7.2010.
Groß, Thomas/ Timm, Tobias (2014): Normcore. „Die Linke ist konservativ geworden“. Ein Gespräch mit der Soziologin Cornelia Koppetsch, in: Die Zeit, 16.10.2014.
Hatzmann, Hanna (2013): „Die Fliege sitzt nicht an der Wand, sie schwimmt in der Suppe.“ Der autoethnographische Dokumentarfilm Spaniens als Produkt und Spiegel digitaler Subjektkulturen. Dissertation. Universität Wien.
Haug, Frigga (1994): Erinnerungsarbeit. Argument Verlag.
Hellmer, Silvia/ Dressel, Gert/ Wondratsch, Irene (2013): An der Schnittstelle von Universität und Arbeitswelt. Biografische Methode und prozessorientiertes Lernen. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.
Itzek, Joanna (2012): Interview mit Autor Holm Friebe: „Was haben wir da angerichtet“ Holm Friebe hat mit seinem Buch „Wir nennen es Arbeit“ 2006 die intellektuellen Grundlagen für die Digitale Boheme geschaffen. Wie denkt er heute darüber?, in: TAZ, 8.11.2012.
Kohl, Manuela/ Tasos Zemblyas (2006): Junge KulturmanagerInnen. Berufsfeld, Berufseinstieg, Berufsbedingungen, in sws Rundschau, Heft 4/2006: 458-476.
Kurier (o.A.) (2014): Armutsfalle Kulturarbeit. Neue Studie bestätigt triste soziale Lage, in: Der Kurier, 16.9.2014.
Lobo, Sascha (2006): Wir nennen es Arbeit – und lieben es sogar, in: Süddeutsche Zeitung/ jetzt.de, 23.10.2006.
Pauer, Nina (2011): Wir haben keine Angst. Gruppentherapie einer Generation. S.Fischer.
Reckwitz, Andreas (2012): Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung. Berlin: Suhrkamp.
Rezension dazu: Assheuer, Thomas (2013): Wollen sollen. Über die eindrucksvolle Studie von Andreas Reckwitz: „Die Erfindung der Kreativität, in: Die Zeit, 7.2.2013.
Reckwitz, Andreas (2013): Die Erfindung der Kreativität, in: Kulturpolitische Mitteilungen, Nr.141, II/2013, 23-34.
Renov, Michael (2004): The Subject of Documentary. University of Minnesota Press.
Ruido, María (2014): Work and Days, in: Vibrations, Art Journal for Creative Writing, 28.1.2014.
TAZ (o.A.) (2012): „Hier herrscht Goldgräberstimmung“. Interview mit Ansgar Oberholz, in: TAZ, 10.11.2012.
Urban, Tim (2014): Warum die Generation Y so unglücklich ist, in: Die Welt, 31.10.2014
Villaplana Ruiz, Virginia (2012): La Mediabiografía. Experiencias narrativas, metodología práctica y creación de relatos con tecnología de uso personal. Del Do-It-Yourself al Do-It-Together, in: Imagen, Cultura y Tecnología: medios, usos y redes. Actas del Segundo Congreso Internacional sobre Imagen, Cultura y Tecnología (2, Octubre 2010, Getafe, Madrid)[cd-rom]. Pilar Amador, María Rosario Ruiz Franco, Teresa López Pellisa y Jaime Cubas (eds.). Madrid: Universidad Carlos III, 2012, pp.202-213.
Villaplana Ruiz, Virginia (2010): Memoria colectiva y Mediabiografía como transformación de las narrativas culturales, in: Arte y políticas de identidad, vol 3 (diciembre), 87-102.
Voss, Günter/Weiss, Cornelia (2013): Burnout und Depression – Leiterkrankungen des subjektivierten Kapitalismus oder: woran leidet der Arbeitskraftunternehmer, in: Neckel, Sighard/ Wagner, Greta (Hrsg.): Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft. Berlin: Suhrkamp, 29-57.
Yücel, Denis (2006): Woher kommt dieses breite Grinsen? Interview mit Holm Friebe und Anton Landgraf, in: Jungle World Nr.47, 22.11.2006.

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